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Übung 1

Was heißt Trans* und was ist Gender?


zur übung

methodenbeschreibung

Kurzdefinition

Die Begriffs-Übung ermöglicht einen spielerischen und bewegten Einstieg zu den Themen Gender, Feminismus und Sexismus.

Methode: Begriffs-Musikstühle (Bewegungsspiel/Austausch)
Zeitaufwand: 20 – 35 min (je nach Version)
Zielgruppe: Oberstufe ab Klasse 11, außerschulische Jugendgruppen, junge Erwachsene
Gruppengröße: 10 – 30
Raum, Aufbau: Stühle in Zweiergruppen aufgestellt
Material: Lautsprecher, Musik
Arbeitsmaterial: gedruckte Begriffskarten (s. u. Download)/ Online-Glossar
Teamer*innen: 1-2
Komplexität: Die Teilnehmer*innen benötigen kein oder wenig Vorwissen. Die Übung vereint Bewegung und Austausch und ist somit nicht sehr komplex.

Ziele

Die Teilnehmer*innen lernen Begriffe aus den Themenfeldern Gender, Feminismus und Sexismus kennen. Sie tauschen sich zu den Begriffen aus und haben die Möglichkeit Fragen zu stellen. Die erworbenen Kenntnisse sind eine gute Grundlage für die anderen Übungen des Gender-Moduls.

Ablauf

Die Teilnehmer*innen bewegen sich zu Musik durch den Raum. Wenn die Musik stoppt sollen sich die Teilnehmer*innen auf die Stühle setzen, die in zweier oder dreier Gruppen im Raum verteilt sind. Bei jeder Stuhlgruppe liegt ein Begriff. Die Kleingruppen kommen anhand von zwei Leitfragen über diesen Begriff ins Gespräch und tauschen sich über Unklarheiten aus. Offene Fragen werden im Anschluss im Plenum besprochen.

Folgende Begriffe werden auf den Begriffskarten erklärt:

  • Gender/ Geschlecht
  • Geschlechts-Identität
  • Gender-Ausdruck
  • Trans*
  • Inter
  • nicht-binär
  • cis-Gender (cis-Frauen und cis-Männer)
  • FLINT
  • sexuelle Orientierung
  • Sexismus
  • Queer
  • Feminismus

Das F3_kollektiv nutzt Begriffe und dazugehörige Definitionen, die Menschen als Selbstbezeichnungen gewählt haben um unter anderem Sichtbarkeit für die eigene Identität zu erkämpfen. Auf der anderen Seite gibt es Bezeichnungen, die Privilegien oder Herrschaftsverhältnisse aufzeigen. Auch hier haben sich oftmals diskriminierte Gruppen politisch dafür eingesetzt, diese Begriffe zu nutzen um die Norm zu benennen. Teamer*innen sollten die Teilnehmer*innen am Anfang darauf hinweisen, die Selbstbezeichnungen bzw. Forderungen marginalisierter Menschen mit Respekt kennenzulernen. Das bedeutet für die Übung, dass die Teilnehmer*innen die Begriffe nicht direkt in Frage stellen sollen (s. Fallstricke).

Alle Begriffserläuterungen stehen auch im Glossar und können alternativ online aufgerufen werden.

Vorbereitung

Der*die Teamer*in sollte sich im Vorfeld mit den behandelnden Begriffen vertraut machen und Fragen dazu beantworten können. Die Mitte des Raums wird freigeräumt. Jede*r Teilnehmer*in nimmt sich einen Stuhl und setzt sich einer Person gegenüber – kreuz und quer im Raum verteilt und so, dass noch Platz zum Bewegen zwischen den Sitzgruppen ist. Wenn die Menge der Teilnehmenden ungerade ist, gibt es eine Dreier-Stuhlgruppe. Der*die Teamer*in hat im Vorfeld aktivierende Musik ausgewählt und spielt diese über einen Lautsprecher ab.

Durchführung

Kurze Version (10 Minuten)

Der*die Teamer*in erklärt den Teilnehmer*innen, dass er*sie Musik anmacht und sich alle Teilnehmer*innen frei im Raum bewegen sollen. Gerne können auch Lockerungsbewegungen gemacht werden. Wenn die Musik endet, sollen sich alle auf einen Stuhl setzen. Die*der Teamer*in kann nochmal darauf hinweisen, dass es genügend Stühle für alle Teilnehmer*innen gibt und es nicht zu einem „Rennen“ auf einen Stuhl kommen muss.

Sobald alle Teilnehmer*innen eine Person (oder zwei) als Gegenüber haben, lesen die Kleingruppen gemeinsam die Begriffskarte, die jeweils bei ihrer Sitzgruppe liegt. Die Teilnehmer*innen kommen dann ca. drei Minuten mit ihrem Gegenüber über dem Begriff anhand folgender Leitfrage ins Gespräch:

  • Was hat mich bei der Definition überrascht?
  • Was war neu für mich?

Fragen, die nicht in der Kleingruppe geklärt werden können, sollen sich die Teilnehmer*innen auf Moderationskarten notieren und in das Abschlussplenum mitnehmen. Nach drei Minuten macht der*die Teamer*in wieder die Musik an, die Teilnehmer*innen bewegen sich wieder dazu im Raum und setzen sich beim nächsten Musikstopp auf einen Stuhl in einer anderen Stuhlgruppe. Dort kommen sie wie in der ersten Runde mit den Leitfragen wieder ins Gespräch. Im Anschluss wiederholt sich der Ablauf in einer dritten Runde.

Bei der kurzen Version beschäftigen sich die Teilnehmer*innen dementsprechend mit jeweils drei Begriffen. Ein Nachteil der kurzen Version kann also sein, dass nicht alle Teilnehmer*innen alle Begriffe gleichermaßen kennengelernt haben. Die*der Teamer*in sollte die Teilnehmer*innen deshalb einladen, sich im weiteren Verlauf des Workshops die Begriffe bei Fragen gegenseitig zu erklären, wenn sie diese verwenden.

Lange Version (25 Minuten)

Der Ablauf ist derselbe aber es gibt noch mehrere Runden.

Diskussion und Reflexion

Nachdem die/ alle Begriffe besprochen wurden, macht die*der Teamer*in die Musik aus und alle Teilnehmer*innen kommen in einem Stuhlkreis im Plenum zusammen. Die Teilnehmer*innen legen die ausgedruckten Begriffskarten in die Mitte des Kreises. Die Teilnehmer*innen haben nun die Möglichkeit aufgekommene Fragen zu den Begriffen zu stellen und der*die Teamer*in oder andere Teilnehmer*innen können sie beantworten. Hier ist wichtig darauf zu achten, dass es nicht zu einer Diskussion der Begriffe kommt, sondern wirklich nur Verständnisfragen geklärt werden. Nachdem alle Fragen geklärt sind, können die Begriffe für die restliche Zeit des Workshops im Raum aufgehängt werden. Somit haben die Teilnehmer*innen die Chance sich diese bei Unklarheiten nochmal anzuschauen.

Fallstricke

Es besteht die Gefahr, dass die Teilnehmer*innen während der Gesprächszeiten in Grundsatzdiskussionen einsteigen. Wenn das der Fall ist, sollte deutlich gemacht werden, dass die Methode dazu dient bestimmte Begriffe kennenzulernen und sie nicht zu diskutieren oder in Frage zu stellen (siehe oben: Inhalt und Ablauf).

Die*der Teamer*in sollte achtsam sein, ob z.B. sexistische, trans*- oder homofeindliche Äußerungen fallen. Falls das geschieht, sollte der*die Teamer*in den Vorfall zum Thema machen und mit den Teilnehmer*innen darüber ins Gespräch kommen. Zunächst sollte aber geguckt werden, was von den diskriminierenden Äußerungen betroffene Teilnehmer*innen in dem Moment benötigen oder sich an Unterstützung wünschen.

Verknüpftes Modul

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